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Die kleine Coach

Nein sagen! Die Kunst gut auf sich acht zu geben

Aktualisiert: 9. Nov. 2022


Kommt dir das bekannt vor?
 Du

- bist immer zur Stelle, wenn andere Menschen Sorgen und Nöte haben.

- hast immer wieder das Gefühl alles hängt an dir, ohne dich läuft nichts

- hast Angst Fehler zu machen und kritisiert zu werden.

- gehst Konflikten gerne aus dem Weg.


- fühlst dich schuldig oder hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du die Bitte eines Menschen abschlägst.


- lässt dich von bestimmten Menschen immer wieder überreden und kannst ihnen keinen Wunsch abschlagen


- arbeitest zu viel und hast kaum Zeit für dich.

Wenn dir das nicht bekannt vorkommt, brauchst Du jetzt nicht weiterlesen. Wenn Du dich in ein, zwei oder vielleicht sogar in allen Punkten wieder erkennen

herzlich willkommen im Club!


Du kannst beruhigt sein, Du bist nicht alleine. Ganz vielen Menschen geht es so. Sie können nicht gut Grenzen setzen und Raum für sich beanspruchen. Was heißt das genau?

Von meinen Klienten und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es uns aufgrund unserer Erziehung, mehr oder weniger schwer fällt uns abzugrenzen, nein zu sagen uns für unsere Bedürfnisse/Belange einzusetzen. Stell dir einen Moment lang folgende Szenarien vor.

1. Du bist mit einer Freundin zusammen und sie bittet dich darum heute Abend mit Ihr auszugehen. Du willst aber den Abend bei deinem Buch auf der Couch verbringen - hattest dich schon so darauf gefreut. Ruhe, Entspannung dazu noch ein Glas Wein der perfekte Abend. Nun fühlst Du so einen Druck in der Magengegend, eigentlich ja, aber na jaaaa, dann geh ich halt mit ihr weg. Das Buch läuft mir nicht weg das kann ich auch wann anders machen.

2. Du bist auf einer Familienfeier und so richtig wohl hast Du dich bei diesen Feiern eigentlich noch nie gefühlt. Es kommt, wie es immer kommt, alle erzählen entweder von Krankheiten, ihren tollen Erfolgen im Beruf oder den letzten Urlaub. Keines der Themen interessiert dich wirklich. Als dann dein Schwiegervater mitteilt, dass er Fotos vom letzten Urlaub mitgebracht hat und nun diese zeigen möchte, wehrt sich alles in dir. Du hast da keine Lust drauf. Aber sagen tust Du es nicht, aufstehen und gehen tust Du auch nicht. Du lässt es über dich ergehen eine Stunde Urlaubsbilder von Sylt. Welches Gesprächsthema Du wohl hast, wenn Du am Ende der Feier mit deinem Partner/Ihrer Partnerin nach Hause fährst?

3. Du sitzt mit einem Kollegen beim Mittagessen und dieser erzählt dir von den Grausamkeiten dieser Welt. Wer, wann, wie, ums Leben gekommen ist, wer, wie korrupt ist, etc. Du merkst, wie es dir so langsam den Hals zuschnürt und dir der Appetit auf das Essen vergeht. Du traust dich nicht zu sagen, dass dich solche Themen beim Essen belasten und dir der Appetit vergeht. Du bittest dien Gegenüber nicht das Thema zu wechseln und über etwas positiveres zu sprechen. Nein, Du hörst dir das an und gibst den halb vollen Teller zurück. Vielleicht, überlegst Du gerade, sollte ich nicht mehr so häufig oder gar nicht mehr mit dieser Person zum Essen gehen.


All dies tun wir aus Angst die Harmonie zu gefährden. Wir fürchten, dass sich die Personen dann von uns abwenden oder wir schuld daran sind, dass sich Menschen schlecht fühlen und leiden ( mehr dazu findest Du im Artikel „Das Sterntaler Syndrom“).

Wir kommen dem Wunsch nach oder harren in Situationen aus, obwohl wir es eigentlich nicht wollen. Das bleibt nicht ohne Folgen. Irgendwo bahnt sich diese eigene innere Untreue, die geringe Selbstfürsorge Ihren Weg. Entweder werden wir aggressiv ohne wirklichen äußeren Grund oder wir richten die Aggression gegen uns und werden krank, bekommen Allergien, Bluthochdruck, Depressionen, Magen/Darm Probleme, etc. Es geschieht aber noch Etwas: Wir errichten Mauern um unser Herz, so dass uns Menschen nicht mehr richtig nah kommen können - Wir sagen nicht mehr Ja zu einer Beziehung. Wieso tun wir das?


Menschen mit einer Abgrenzungsschwäche laden oft andere zur Grenzverletzung ein, indem sie zu offen auf andere zugehen und zuviel Nähe zulassen. Dadurch werden sie ausgenutzt und verletzt. Diese Verletzungen sorgen dann dafür, dass sie ihr Herz verschließen und eine Distanz aufbauen, die bis zum Kontaktabbruch gehen kann.


Deutlich wird dies, wenn wir uns vorstellen wir leben in einem Haus mit offenen Fenstern und Türen. Alles ist offen, alles kann ungehindert in dieses Haus kommen. Das ist erst schön, so viel Kontakt, so viel Nähe. Nur es kommen auch Menschen in dieses Haus, die wollen wir gar nicht. Sie tun uns nicht gut, sie machen uns Angst, rauben uns Energie, verunsichern uns, sind einfach lieblos. Wenn wir dann nach langer Zeit des Leides richtig merken, was diese Menschen anrichten in unserem Haus, sind sie so nah, dass wir sehr viel Energie aufwenden müssen, um sie wieder aus dem Haus rauszubekommen.


Haben wir das endlich geschafft sind wir oft so verletzt, dass wir nun alles zu mauern. Lieber soll nichts mehr rein und raus kommen, bevor wir noch einmal so leiden müssen. So können wir nicht mehr uneingeschränkt ja sagen zu jemand oder müssen den Kontakt ganz abbrechen. Wie nun rauskommen aus dieser Nähe /Distanz Misere?


Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so leicht ist eine gesunde Distanz aufzubauen, die aber wahre Nähe zulässt. Vor allem wenn man wie ich neben dem Sterntaler Syndrom noch so viele verschachtelte Botschaften hatte wie: Sei nicht egoistisch, Du bist Böse, wenn Du an Dich denkst, etc., oder aufgrund von Traumata resigniert hat, weil es eh nie einen Sinn hatte, bei den damit verbundenen massiven Grenzverletzungen, nein zu sagen.


Nachdem mir bewusst wurde, dass ich in Beziehungen - beruflich oder privat wenig Grenzen setzen kann und nicht gut für mich sorge, hatte ich das Gefühl ich stehe mit Badeschlappen am Fuße des Mount Everest und muss den Berg nun damit besteigen. Unlösbar erschien mir diese Aufgabe.


Das Einzige, was mir in solchen Situationen spontan einfällt - ab in den Kopf, nur nicht fühlen müssen. Ich besorgte mir Bücher zu dem Thema, so war mein Verstand aktiv und wenn der aktiv ist, bin ich sicher vor Gefühlen.

Für alle die auch erst einmal das Thema vertiefen oder sich Mut anlesen möchten, kann ich folgende Bücher empfehlen:


- "Everybody ́s Darling, Everybody ́s Depp" von Irene Becker (Für Männer und Frauen)
- "Nein sagen will gelernt sein - erfolgreich Grenzen setzen" von Gabi Pörner (für Männer und Frauen)


- "Starke Frauen sagen Nein - so lernen Sie sich abzugrenzen" von Ulrike Dahm (für Frauen)


Die Bücher bewirkten, dass ich mich besser verstand, meine Hoffnung und mein Mut stieg. Jetzt konnte ich mich auf den Weg machen und suchte mir Begleitung. Auf dem Weg zum Gipfel erkannte ich, dank meiner Begleiter, warum es für mich so schwierig war Grenzen zu setzen. Die dazu gehörigen Ereignisse aus der Vergangenheit, Gefühle und die Glaubenssätze wurden transformiert und ich konnte mehr und mehr Grenzen setzen.


Durch meine Abgrenzungsschwäche zog ich auch Menschen in mein Leben, die dies für Ihre eigenen Interessen ausgenutzt haben. Diese Menschen waren es dann auch, die ärgerlich oder verletzend wurden, als ich anfing Grenzen zu setzen und Raum einzunehmen. Alle anderen haben damit gar kein Problem gehabt und echte Freunde haben sich sogar sehr darüber gefreut, dass ich es schaffte, mehr und mehr für mich zu sorgen.


Jetzt seien wir mal ehrlich, wollen wir uns wieder schlecht fühlen und klein beigeben, weil ein Mensch ärgerlich oder verletzend wird, nur weil wir nein sagen - Ich für meinen Teil habe mich entschieden - Nein will ich nicht! Es wurden ausschließlich nur die Menschen ärgerlich und verletzend, die zuvor meine Schwäche für Ihre Zwecke ausgenutzt haben. Man nennt sie im allgemeinen Egoisten!


Eins sollte uns klar sein, Harmonie mit Egoisten ist nur gegeben, wenn wir ihm oder ihr das Geben, was sie haben wollen, egal was es uns kostet. Das wollte ich nun aber gerade ändern – gut, dass ich, dank des Verhaltens dieser Menschen in meinem Leben, den alles entscheidenden Hinweis erhielt.


Dank der Reaktion von Egoisten auf mein "Nein", konnte ich das Ausmaß meines Harmoniestrebens, eigentlich schon meiner Harmoniesucht, erkennen. Dieses brauchte schon einige Zeit und Heilung damit ich mehr und mehr auch zu meinem "Nein" stehen konnte, nicht wieder einknickte und mich selbstveriet. Übrigens eine großartige Erfahrung, wenn man es das erste Mal geschafft hat. Noch nie zuvor fühlte ich mich innerlich so groß und stark. Mit jedem Mal, wenn ich es schaffe mit einem nein zu mir zu stehen, steigt wieder ein Stück die Selbstachtung in mir.

Wenn Du

· besser auf dich achtgeben und nicht immer zu kurz kommen möchtest, - Du lieber rechtzeitig nein sagen möchtest,


· Beziehungen entspannter leben möchtest und andere Auswege als den Kontaktabbruch für dich leben möchtest,


· ein gesundes Maß von Geben und Nehmen erreichen möchtest,

· kurz gesagt innerlich groß werden möchtest,

dann mache dich auf den Weg, erkenne und heile die Ursachen, die dazu führten, dass Du schlecht nein sagen kannst, es lohnt sich - ehrlich!


Hast Du Fragen zu dem Artikel dann rufe mich einfach an oder möchtest Du dich begleiten lassen auf deiner Reise dann buche hier dein Klärungsgespräch mit mir.


Ich wünsche dir eine erkenntnisreiche Zeit!

Namast‘e Anja



Anja Wendt

Telefon: 0174 983 21 38



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